Womit beschäftigt sich der Seniorenbeirat?

Was haben wir 2015 so gemacht?

Auch 2015 hatten wir Mitglieder des Seniorenbeirates wieder ein reichhaltiges Programm zu bewältigen. Neben der Organisation von einigen örtlichen Veranstaltungen für Senioren und Gesprächen mit Bürgern besuchten wir – wie jedes Jahr – auch mehrere landesweite Kongresse.

Um nur einige herauszugreifen:

Wir nahmen an der jährlichen Mitgliederversammlung der Landesseniorenvertretung Thüringen (LSV) im Juni teil, zu der abgesehen von organisatorischen Dingen auch immer ein bestimmtes Thema abgehandelt wird. 2015 sprachen mehrere Referenten über das Thema: „Der Islam in Deutschland und Aspekte der interkulturellen Arbeit mit älteren Menschen“. Es war eine interessante und für uns alle sehr informative Veranstaltung. Die meisten Fragen im Diskussionsteil wurden an die Referentinnen, zwei in Deutschland lebende Muslima (eine mit, die andere ohne Kopftuch), und einen Mitarbeiter des Thüringer Verfassungsschutzes gestellt. Bessere Informationen über Menschen aus anderen Kulturen und Glaubensrichtungen bauen Vorurteile ab und erleichtern das Miteinander in unserer Gesellschaft, die sich in den letzten Jahren auch in unserem Umfeld merklich wandelt.

Im September besuchten wir die von der LSV organisierte Fachtagung mit dem Titel „Sorgende Gemeinschaft – ein Modell einer alternden Gesellschaft in den Kommunen“.

Diese Veranstaltung war für uns besonders interessant, weil sie uns neben anderen Dingen Erkenntnisse und Perspektiven aus dem „Siebten Altenbericht“ der Bundesregierung vermittelte. Es wurde u.a. dargelegt, dass neue Wege der Sozialraumplanung für Kommunen beschritten werden sollten, um Probleme der anwachsenden älteren Gesellschaft rechtzeitig zu berücksichtigen.

Eine uns besonders beeindruckende Referentin legte anhand ihrer sehr fundierten und gut gegliederten Untersuchung der Organisation der sozialen Arbeit im deutsch-skandinavischen Vergleich dar, warum in skandinavischen Ländern, das Sozialwesen betreffend, Vieles deutlich besser läuft als bei uns; welche Mängel das deutsche System hat und warum eine ganze Reihe ernster Probleme (z.B. der Pflegenotstand) offensichtlich sozusagen systemimmanent sind. Frau Dr. Cornelia Heintzes diesbezügliches Buch „Die Straße des Erfolgs“ wäre neben anderen besonders unseren Sozialpolitikern im Bundestag und den Landtagen – aber auch dem Bundesgesundheitsministerium – als Lektüre dringend zu empfehlen, um bestehende Schwierigkeiten positiv zu verändern.

Im Oktober nahmen wir an einer Veranstaltung des Thüringer Ministeriums für Gesundheit, Soziales ff. mit dem Titel „Sorgende Gemeinschaft – kommunale Mitverantwortung für Seniorinnen und Senioren“ teil. Es wurden zahlreiche Beispiele „sorgender Gemeinschaften“ vorgestellt, u.a. auch die ideenreiche und wirkungsvolle Arbeit der Seniorenbeauftragten von Jena und des Vereins „Senioren helfen Senioren Suhl-Zella-Mehlis e.V.“ Denn was Bürger und/oder Stadtverwaltung innerhalb der Kommune an der Basis regeln können, ist meist leichter umzusetzen als über die „schwerfällige Kutsche“ der Bundespolitik.

Im November fand wie alljährlich das dreitägige Jahresseminar der LSV in Bad Blankenburg statt. Von zahlreichen Referenten wurden Themen wie die haus- und fachärztliche Versorgung in Thüringen, Inklusion als Modell einer alternden Gesellschaft, Erfahrungen zum Seniorenmitwirkungsgesetz u.v.a.m. besprochen und lebhaft von Teilnehmern aus ganz Thüringen diskutiert. Seit Einführung des Seniorenmitwirkungsgesetzes gibt es den Thüringer Seniorenrat mit gewählten Vertretern aus den Landkreisen, kreisfreien Städten und sozialen Trägern. Dieser kann sich direkt mit Anliegen, welche die Seniorenarbeit betreffen, an die entsprechenden landespolitischen Gremien wenden und tut dies auch.

Die LSV und der Landesseniorenrat geben die lesenswerte Zeitschrift „SENIORENREPORT“ heraus, die viermal jährlich erscheint und in Kürze auch mit unserer Internetseite www.senioren-zm.de verlinkt wird, so dass sie für Interessierte leichter zugänglich wird. Sie kann aber auch bei uns ausgeliehen werden.

Noch ein paar Worte zur Erreichbarkeit des Seniorenbeirats:

Wir arbeiten alle ehrenamtlich, unser Versammlungsraum in der Ruppbergpassage ist also nicht zu regelmäßigen Zeiten besetzt. Während wir anfangs weit über ein Jahr feste Sprechzeiten für die Bevölkerung angeboten haben, die aber nicht genutzt wurden, haben wir jetzt eine flexiblere Lösung gefunden: Nicht nur auf unserer Website, sondern auch in unserem Schaukasten in der Ruppbergpassage sind wir alle namentlich und mit Telefon-Nummern aufgeführt. Sollten Sie ein Anliegen an uns haben, können Sie jederzeit eines unserer Mitglieder anrufen. Wir können selbstverständlich auch einen persönlichen Termin vereinbaren. Und wenn Sie sich für unsere Arbeit interessieren, können Sie gerne an den in der Presse und in unserem Schaukasten veröffentlichten öffentlichen Sitzungsterminen teilnehmen!

E.Holland-Cunz, 18.01.16


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