Der Landesseniorenrat Thüringen und seine Arbeit

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Published on: 30. April 2018

Der Landesseniorenrat (LSR) Thüringen hat die Aufgabe, laut dem Seniorenmitwirkungsgesetz die Landesregierung in allen seniorenpolitischen Fragen zu beraten und zu unterstützen. Vorsitzende ist Hannelore Hausschild aus Gera. Der LSR  organisiert unter Leitung ihres rührigen Geschäftsführers Dr. Jan Steinhaussen und seinen beiden Mitarbeiterinnen aber auch mehrfach jährlich qualitativ hochwertige und bestens vorbereitete Veranstaltungen für Seniorenvertreter/innen aus ganz Thüringen aus den verschiedensten Themenbereichen. Auch von unserem Seniorenbeirat nehmen zu den Veranstaltungen des LSR jeweils einige Mitglieder teil. Um nur einige Themen herauszugreifen:

Jedes Jahr im November findet ein dreitägiges Seminar für Mitglieder von Seniorenbeiräten und -vertretungen in Bad Blankenburg statt. Diese Tagungen sind stets gut besucht, weil sie nicht nur kompetente Referenten zu den betreffenden Gebieten haben, sondern auch dem Erfahrungsaustausch der Beiräte und Seniorenvertretungen dienen. 

2016 war das interessante Thema „Technik, Bildung und Altern“. Die Teilnehmer erfuhren von einer Forschungsgruppe der TU Ilmenau u.a., welche innovativen Alltagsunterstützungen durch eine entsprechende Servicerobotik schon möglich sind. Und wie wichtig es ist, sich auch als älter werdender Mensch neuen Techniken nicht zu verschließen. Wir erleben alle mit, wie rasend schnell die Digitalisierung mehr und mehr unseren Alltag bestimmt …und es keinen Sinn macht, sich dieser Tendenz zu verweigern, weil man auf immer mehr Gebieten sonst im wahrsten Sinne des Wortes den Anschluss verpasst. (z. B. beim Fahrkartenkaufen!) Oder dass es auch für uns Ältere inzwischen möglich ist, per Livestream an Online-Vorlesungen teilzunehmen. usw. usw.

2017 wurde in Bad Blankenburg das große Gebiet „Wohnen im Alter“ besprochen und dabei die verschiedensten Bereiche diskutiert. Wie ist es z.B. mit Perspektiven des Wohnens für Ältere mit geringen Renten bestellt? Welche Förderprogramme im Kontext von Wohnen, Wohnraumgestaltung und Stadtentwicklung gibt es schon? Was könnte verbessert werden? Welche soziale Verantwortung haben die Wohnungswirtschaft und Wohnungsgenossenschaften? Das zweite Thema war „Sicherheit im Alter“, dazu zählt zum Beispiel auch die Sicherheit im öffentlichen Raum. Was ist für ältere Menschen im Kontext von Stadtplanungsprozessen wichtig? Wie versuchen Kommunen dies umzusetzen? Wie können wir Seniorenvertreter darauf Einfluss nehmen?

Fortsetzung nach der Mittagspause

Ein besonders heißes Eisen wurde im Mai 2017 in Erfurt erörtert: „Medizinische Versorgungsherausforderungen der Gegenwart und Zukunft“. Woran liegt es u.a., dass die ärztliche Versorgung besonders in ländlichen Bereichen Thüringens nicht ausreichend ist? Ein Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen erläuterte die Strukturen der ärztlichen Selbstverwaltung, die es in Deutschland seit über 60 Jahren gibt, die damals politisch „abgesegnet“ wurde und nach wie vor gültig ist,  und auf deren Entscheidungen die Politik leider nur einen geringen Einfluss hat. Die Kassenärzte Deutschlands haben sich verpflichtet, die ärztliche Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten und sind in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den Kassenärztliche Vereinigungen der einzelnen Bundesländer organisiert. Es ist eben nicht so, dass die Politik bestimmen kann, in welchem Ort welcher Facharzt eine Praxis gründen kann, sondern dies geschieht in den KVen. Wobei die KV Thüringen sich sehr bemüht, mit speziellen Förderprogrammen bestehende Engpässe zu mildern. Leider fehlt es aber an Ärzten etlicher Fachrichtungen, die ambulant tätig werden und dann als Selbstständige das finanzielle Risiko einer Praxisgründung und -betreibung tragen möchten.

Wie ist es mit der Krankenhausplanung in Thüringen? Welche Kliniken bekommen staatliche Fördermittel, und nach welchen Kriterien werden sie gewährt? Denn dies wiederum ist Aufgabe der Landespolitik und wurde ausführlich erörtert.

Oder: Wo bleibt in der Gesundheitspolitik die Bedeutung der Prävention? Viele Gebiete des derzeitigen Gesundheitswesens wurden in Erfurt besprochen  und zahlreiche teilweise sehr emotional vorgebrachte Diskussionsbeiträge waren sicherlich auch für die an der Veranstaltung teilnehmende Gesundheitsministerin Heike Werner sehr informativ und wichtig.

Die letzte aktuelle Veranstaltung am 19.03.18 des LSR hatte den Titel „Sozialraumplanung und Seniorenmitwirkung in den Kommunen“ und war sehr interessant. Die Thüringer Landesregierung hat gemeinsam mit dem Thüringischen Landkreistag, dem Gemeinde- und Städtebund und der Fachhochschule Erfurt ein Programm entwickelt, welches unsere Städte und Gemeinden in einer zielgerichteten Stadtentwicklung unterstützt. Es geht um eine integrierte Sozialraumplanung.

Und es wurde in dieser Veranstaltung auch über Partizipationsprozesse  – also Mitbeteiligung der Bürger in Kommunen referiert. Dazu sprach u.a. Anne Schubert aus unserer Stadt, sie ist Fachbereichsleiterin Stadtmarketing, Freizeit und Tourismus. Ihr Beitrag, in welchem sie die verschiedenen Bürgerbeteiligungsprojekte vorstellte, fand sehr großen Anklang. Auch das Projekt „Aufwind“ wurde durchweg positiv kommentiert.

Heinz Dassler und Fritz Schweser im Gespräch mit Anne Schubert

Der LSR bringt viermal jährlich eine eigene Publikation heraus, den „SENIORENREPORT“. Eine wirklich lesenswerte Zeitschrift mit interessanten Beiträgen, die mit unserer Seite verlinkt ist.  Übrigens auch mit ausführlichen Berichten aus den Tagungen. Wenn Sie auf unserer Webseite die Rubrik „Senioren bundesweit“ anklicken, kommen Sie zum Landesseniorenrat. Unter „Dokumente“ finden Sie chronologisch geordnet die Zeitschriften. Schauen Sie mal rein, es lohnt sich!

E. Holland-Cunz, 30.04.2018

 

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