Altersarmut – traurige Wahrheit. Hinweise zur Grundsicherung

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Published on: 23. Januar 2018

Wir hören und lesen öfter davon, dass es statistisch nachgewiesen auch im reichen Deutschland eine stetig wachsende Zahl von Menschen gibt, die im Alter von Armut betroffen sind, obwohl sie ein langes Arbeitsleben hinter sich haben. Das ist traurige Wahrheit. Wer gehört zu diesen Mitbürgerinnen und Mitbürgern? Grundsätzlich gilt jeder als arm, dessen einziges monatliches Einkommen unter 823 € liegt. Die Summe gilt für Alleinlebende, für Paare sind die Sätze entsprechend höher. Wenn Sie weniger als 823 € im Monat erhalten, davon Miete, Betriebskosten, Versicherungen, Telefon usw. bestreiten müssen, geraten Sie sehr schnell an die Grenze des Machbaren. Denn Sie brauchen auch Kleidung, Essen und viele andere lebensnotwendige Dinge. In so einem Fall können Sie Grundsicherung beantragen.

Altersarmut

Bedürftige alte Menschen gibt es auch in unserer Stadt. Wie – Sie kennen keinen? Das ist verständlich, denn den meisten Betroffenen ist es peinlich, dies anderen mitzuteilen. Und wir sind sicher, dass es einige gibt, denen die Grundsicherung zustehen würde, die sie aber aus Scham nicht beantragen. Das ist falsch! Die Grundsicherung steht grundsätzlich jedem zu, der die Bezugsbedingungen erfüllt. Sie ist keine Rente, sondern wird aus Steuergeldern finanziert und kein Almosen, sondern ein Anrecht. Sollten Sie betroffen sein bzw. nicht genau einschätzen können, ob Sie einen solchen Anspruch haben, so können Sie sich entweder unter der kostenlosen Service-Nummer der Rentenversicherung 0800 1000 4800 Rat holen oder im örtlichen Sozialamt im Rathaus vorsprechen.

Anspruch haben Sie auch, wenn Sie z.B. noch etwas Spargeld besitzen. Das sogenannte Schonvermögen beträgt für eine Einzelperson 2600,00 €. Ein selbsgenutztes Wohngrundstück dürfen Sie ebenso behalten. Nur wenn Sie Kinder haben, die mehr as 100.000 € im Jahr verdienen, dürfen Sie keine Grundsicherung beantragen. Ausführliche Auskünfte über die Grundsicherung können Sie auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung nachlesen. Von dort stammen auch o.g. Zahlenangaben.

In Zella-Mehlis gibt es aber zusätzlich zwei Möglichkeiten, eine wirklich preiswerte Hilfe zum Leben zu bekommen. Diverse Lebensmittel in einwandfreiem Zustand werden jeden Freitag von 14 bis 15 Uhr bei der „Tafel“ von netten freiwilligen Helferinnen und Helfern ausgegeben. Dazu benötigen Sie einen Bezugsschein vom Sozialamt. Zweitens können Sie zu echten Tiefstpreisen sehr gut erhaltene Kleidung im „Kleiderlädchen“ in der Mühlstraße (Kalerveitpassage) erwerben. Im Kleiderlädchen kann jede Bürgerin und jeder Bürger ohne Berechtigungsschein einkaufen. Dank der gutbestückten Regale sind Kunden immer willkommen und werden von freundlichen Damen bedient.

18.01.2018   E. Holland-Cunz

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